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06 - Nach dem Wendepunkt
Muslims Ermordung auf bestialische Weise, ließ den Pendel der Kräfteverhältnisse zwischen den Machthabern und den Massen eindeutig zu Seite der Machthaber ausschlagen. Muhammad ibn Aschath stand auf und sprach mit Ubaidullah ibn Ziyad über Hani ibn Urwa: "Du kennst doch die Stellung von Hani in der Stadt und die seines Hauses innerhalb seines Clans. Sein Stamm weiß, dass ich und mein Gefährte ihn zu dir gebracht haben. Ich beschwöre dich bei Allah, überlasse ihn mir, denn ich möchte nicht die Feindschaft der Stadt auf mich ziehen". Ubaidullah warf einen zynischen Blick auf ihn und befahl: "Bringt Hani hinaus auf das Dach und schlagt seinen Kopf ab!" So wurde Hani auf das Dach gebracht und geköpft. Sein Körper wurde auf die Strasse geworfen. Ubaidullah schickte mehrere seiner Wachen mit dem Befehl Hanis Leiche an die Seite von Muslims zu binden und sie durch alle Ortsteile Kufas ziehen zu lassen, auch in die, die überwiegend von Hanis Stamm bewohnt werden.
Mehrere Stämm, darunter Madhhidsch, verlangten die Freigabe der zerstümmelten Körpern von Hani und Muslim. Dies erlaubte Ubaidullah erst nach 3 Tagen.. Die beiden wurden begraben außerhalb Kufas und ihre Gräber sind bis heute ein begehrtes Besuchsziel vieler Freiheitsliebenden.
Als Muslim und Hani ( Möge Allah mit ihnen zufrieden sein ) getötet wurden, schickte Ubaidullah ibn Ziyad ihre Köpfe mit Hani ibn Abi Hayya Al Wadii und Zubair ibn Arwah Al-Tamimi zu Yazid ibn Muawiya. Er beauftragte seinen Briefeschreiber folgendes an Yazid zu schreiben
: 'Preis sei Allah, Der den Anspruch des Führers der Gläubigen bestätigte und ihm genügend Handhabe gegen seinen Feind gab. Ich informiere den Führer der Gläubigen darüber, dass Muslim ibn Aqil im Hause von Hani ibn Urwa Al-Muradi Zuflucht gesucht hat. Ich habe Spione auf die beiden angesetzt und die Männer gegen sie intrigieren lassen. Ich habe gegen sie Ränke geschmiedet, bis ich sie in die Hand bekam. Allah gab mir die Macht über sie. So kam ich über sie und schlug ihnen ihre Köpfe ab, und ich habe ihre Köpfe mit Hani ibn Abu Hayya und Zubair ibn Arwah Al-Tamimi zu dir geschickt, und sie sind beide aufmerksame, gehorsame und aufrichtige Männer. Lasst den Führer der Gläubigen sie über die Angelegenheit fragen, was immer er will, denn sie besitzen Wissen, Aufrichtigkeit und Frömmigkeit, wa Salam.'
Und Yazid schrieb ihm zurück :
"Du bist nicht weiter gegangen, als ich wollte, und du hast klug gehandelt. Und du hast die Attacke kaltblütig ausgeführt. Du hast mir genügt, hast deine Aufgabe erfüllt und meine Ansicht über dich bestätigt. Ich habe deine beiden Abgesandten gerufen und vertraulich mit ihnen gesprochen, und ich fand sie in ihren Ansichten und Vorzügen so, wie du gesagt hast. Behandele sie gut. Ich habe gehört, dass Al-Hussein unterwegs nach Irak ist, darum stelle Späher und Bewaffnete Wachen auf und sei auf der Hut, verhafte Verdächtige und töte jeden Beschuldigten. Schreibe mir alles, was an Neuigkeiten passiert, so Allah will."
Währenddessen In Mekka
Der versuchte Angriff Muslim ibn Aqils ( Möge Allah mit ihm zufrieden sein ) in Kufa fand am den 8. Dhul-Hidscha (der zwölfte Monat )im Jahre 60 nach der Hidschra (680 n.Chr.) statt. Muslim ( Möge Allah mit ihm zufrieden sein ) wurde am 9. Dhul-Hidscha getötet, am Tage von Arafa. Imam Hussein ( Friede sei mit ihm ) hatte sich am Tage von Muslims Angriff in Kufa von Mekka nach Irak aufgemacht - am Tage Tarwiya - nachdem er den Rest von Schaban, den Monat Ramadhan, Schawwal und Dhul-Qada und acht Tage des Monats Dhul-Hidscha in Mekka geblieben war, im Jahre 60 nach der Hidschra (680 n.Chr.). Während seines Aufenthalts in Mekka hatten sich mehrere Muslime aus den unterschiedlichen Schichten und aus allen Gegenden des islamischen Reiches um ihn herum versammelt und hatten sich an seine Familie (Ahl-Al-Bait) und seine Gefolgsmänner [mawali] angeschlossen.
Imam Hussein bekam von einer sicheren Quelle die Nachricht, dass Yazid auf ihn mehrer Mörder angesetzt hatte, die den Befehl hatten, Imam Hussein auch dann zu töten, wenn er an den Umhängen der Kaaba festhalten würde. Imam Hussein wusste genau, dass Yazid kein Bedenken haben würde, das verbotene Blut eines Muslims ( Imam Husseins ) in einem heiligen Ort ( Mekka) an einem Heiligen Monat ( Dhul-Hidscha ) während eines heiligen Pflichts ( Hajj ) oder an einem heiligen Fest ( Opferfest ) zu vergiessen.
Abd-Allah ibn Dschafar ( Möge Allah mit ihm zufrieden sein ), Ehemann von der Schwester Imam Husseins Sainab ( Möge Allah mit ihr zufrieden sein ), sagte zu Imam Hussein ( Friede sei mit ihm ) als er von seinem Abreisabsichten erfuhr :"Ich bitte dich bei Allah, nicht abzureisen. Ich bin besorgt um dich aufgrund der Richtung, die du eingeschlagen hast, dass dies deine Vernichtung und die Ausrottung deiner Ahl-Al-Bait bedeuten wird. Wenn du heute vernichtet wirst, dann wird das Licht der Erde ausgelöscht werden, denn du bist das Banner der Rechtgeleiteten und die Hoffnung der Gläubigen. Wenn du getötet wirst, wird die islamische Umma von Bani Umayya versklavt. Habe keine Eile bei deiner Reise, und überdenke deinen Plan. Doch, wenn du fest entschlossen bist, nach Kufa zu gehen, dann nimm mich und meine beide Söhne mit, Aoun und Mohammed. Wir möchten nach deinem Tod nicht am Leben bleiben und gefragt werden, habt ihr eueren Imam nicht unterstützt ??." Als der Bruder Imam Husseins Mohammed Ibn Al-Hanaffiya, sein Cousin und sein Schwager versuchten Imam Hussein von seinem Vorhaben abzubringen.Er(Imam Hussein) sagte :
"Ich sah den Gesandten Allahs ( Gottes Gebet über ihn und seine Familie ) in meinem Traum," und fuhr fort "und er befahl mir, das, wohin ich gehe, auszuführen."
"Was war jener Traum?," fragten die beiden.
Mein Großvater (Gottes Gebet über ihn und seine Familie ) sagte zu mir " Gott will dich blutüberströmt sehen," und sie waren erstaunt und fragten
"Und was ist mit den Frauen, die du mitnimmst". . Imam Hussein ( Friede sei mit ihm ) sagte mit völliger Hingabe
"Gott will sie als Gefangene sehen" . Beide weinten und versprachen Imam Hussein (Friede sei mit ihm ) nicht zu verlassen. Doch Imam Husseins Halbbruder Mohammed war bei der Abreise sehr krank und Abdallah Ibn Jaafer Ibn Abi Taleb blieb auf Befehl von Imam Hussein in Mekka. Seine beiden Söhne Aun und Muhammad, aber reisten mit ihrer Mutter Saineb ( Möge Allah mit ihr zufrieden sein ) und mit Imam Hussein ( Friede sei mit ihm ) .
Als Imam Hussein ( Friede sei mit ihm ) sich auf den Weg machen wollte nach Kufa, verrichtete er die Umrundung des heiligen Hauses (Kaaba) und das Laufen zwischen Al-Safa und Al-Marwa. Dann trat er aus seinem Weihezustand [ihram] aus, nachdem er die Kleine Pilgerfahrt [umra] verrichtet hatte, da er die Große Pilgerfahrt (Hadsch) nicht vollenden konnte, weil er Bedenken hatte, dass er in Mekka ergriffen und zu Yazid ibn Muawiya gebracht werden würde, und so machte er sich früh am Morgen auf den Weg mit seiner Familie, seinen Kindern und denjenigen seiner Schia, die sich ihm angeschlossen hatten. Es waren fast 2500 Menschen.
Es war ein denkwürdiger Tag, die Kamele der Banu Abbas, dem Onkel des Propheten, bringen Wasser zu den Pilgern nach Mekka (*) und alle Karawanen bewegen sich nach Mekka, nur die Imam Husseins bewegt sich in die andere Richtung heraus aus Mekka. Dies hat viele Muslime veranlasst zu fragen, warum macht der Enkel des Propheten das?. Fühlt er sich in Mekka während der Pilgerfahrt, wo man nicht einmal eine Mücke töten darf, nicht sicher ?. Was sind die Gründe für seine Abreise um diese Zeit und mit seiner gesamten Familie ?. Die Karawane Imam Husseins war sehr groß. Es waren etwa 80 Kamele, die nur Küchenbedarf trugen. Zum Tragen der vielen Zelte und Reisegebrauchgegenstände waren etwa 200 Kamele notwendig. Zumal sich seine Anhänger mit ihren eigenen Karawanen ihm angeschlossen hatten.
Imam Hussein ( Friede sei mit ihm ) brach nach Kufa auf und verlas folgenden Vers :
"Da ging er hinaus von dort, furchtsam, auf der Hut. Er sprach: Mein Herr, rette mich vor dem ruchlosen Volk." Sure 28 - Die Erzählung - Vers 21
Die Nachricht von Muslims Gefangennahme und Ermordung hatte ihn noch nicht erreicht, weil diese sich erst an dem Tag seines Aufbruchs ereignet hatte, worüber wir berichteten.
Unterwegs traf Imam Hussein den bekannten Dichter, Al-Farazdaq, der sofort zu Imam Hussein ging und sagte :
Möge Allah dir deine Bitten und Hoffnungen erfüllen, was immer du willst, bei meinem Vater und meiner Mutter, O Sohn des Gesandten Allahs' sagte er, 'doch was läßt dich von der Hadsch davoneilen?' Imam Hussein (Friede sei mit ihm ) antwortete
-'Wenn ich mich nicht beeile, dann werde ich gefangengenommen,' dann fragte er AL-Farazdaq 'Erzähle mir von den Leuten, die du verlassen hast in Kufa'. Da sagte Al-Farazdaq den treffendesten Satz, der den Zustand der islamischen Umma beschrieb : "Die Herzen der Menschen sind für dich, doch ihre Schwerter sind gegen dich. Die Bestimmung kommt vom Himmel, und Allah tut, was Ihm beliebt".
-"Du hast die Wahrheit gesprochen," sagte Imam Hussein (Friede sei mit ihm ), "die Sache gehört zu Allah. 'Jeden Tag offenbart Er sich in neuem Glanz' (Quran: 55/29), Wenn das Schicksal herabsendet, was wir wollen, preisen wir Allah für Seine Segnungen. Er ist Derjenige, um Dessen Hilfe nachgesucht werden soll, damit wir Ihm danken, und wenn das Schicksal nicht unsere Hoffnungen erfüllt, so weist Er doch nicht diejenigen zurück, deren Absicht die Wahrheit und in deren Herzen die Gottesfurcht ist."
-"Ja," antwortete Al-Farazdaq,"möge Allah dir bringen, was du wünschst und dich vor dem schützen, was dich bedroht." Dann fragte Al-Farazdaq Imam Hussein ( Friede sei mit ihm ) nach Dingen hinsichtlich Gelübden und Riten. Er bekam darüber Auskunft und verabschiedete sich von ihm.
Imam Hussein ( Friede sei mit ihm ) nahm schnell und direkt Kurs nach Kufa, bis er bei Dha Irq ankam. Sobald Ubaidullah ibn Ziyad vom Aufbruch Imam Husseins ( Friede sei mit ihm ) von Mekka nach Kufa erfahren hatte, sandte er Al-Hoccein ibn Numair, den Kommandeur der Leibwache nach Qadissiyya, damit er dort und in dem Gebiet zwischen Al-Qadissiyya und Al-Qutqutana Reiter von Al-Qadissiyya bis Khaffan stationierte. Und er sagten zu den Leuten : "Dieser Hussein will unbedingt in den Irak. Und wir wollen das unbedingt verhindern"
Als Imam Hussein ( Friede sei mit ihm ) Al-Hadschiz erreichte, einen Hügel über Batn Al-Rumma, schickte er Qais ibn Musshir Al-Saidawi nach Kufa, denn er hatte zu jenem Zeitpunkt noch nicht über das Schicksal von Muslim ibn Aqil ( Allah möge mit ihm zufrieden sein ) erfahren. Er schickte einen Brief mit ihm:
"Von Imam Hussein ibn Ali zu seinen Brüdern von den Gläubigen und den Muslimen. Salam alaikum, ich preise Allah, außer Dem es keinen Gott gibt. Der Brief Muslims ibn Aqil ist bei mir angekommen, welcher mich über Eure gute Meinung informierte sowie über die Übereinkunft Eurer Führer, uns zu unterstützen und unser Recht zu fordern. Ich habe Allah darum gebeten, dass Er Eure Handlung für uns akzeptiereein und Euch dafür größten Lohn zuteil werden ließe. Ich bin am 8. Dhul-Hidscha zu Euch aufgebrochen, am Tage von Tarwiya. Wenn mein Botschafter zu euch gelangt, dann beeilt euch in der Sache und seid ernsthaft darin, denn ich werde in diesen, nächsten Tagen zu euch kommen, was-salamu alaikum wa rahmatullah."
Muslim hatte 27 Tage, bevor er getötet wurde, an Imam Hussein ( Friede sei mit ihm ) geschrieben, und die Kufiten hatten ihm geschrieben: "Hier hast Du 20.000 Schwerter, verspäte Dich nicht."
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